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Euch erregt nichts mehr, als eine matschige Piste? Das Rasseln von Motorrädern macht euch scharf und phänomenale Sprünge namens Buddha und Shaolin sind für euch die Krönung? Dann seid ihr erstens Motorbike-Fan und euch ist aller Wahrscheinlichkeit nach zweitens MX vs. ATV ein Begriff. Seit einigen Jahren schon pflegt Publisher THQ die Rennsportserie mit regelmäßigen Releases. Dieses Jahr steht alles unter dem Motto: Reflex. Was es mit dem neuen Titelzusatz auf sich hat, findet ihr in unserem Test heraus.
Reflexe muss man haben
Die namensgebende Reflex rührt nicht von ungefähr und ist auch keinesfalls ein sinnlos eingeworfenes Schlagwort. Nein, es ist die neuartige Steuerung, die THQ mit MX vs. ATV Reflex einführt und sie ist wirklich praktisch gestaltet. Während ihr mit dem linken Stick wie gewohnt die Fahrtrichtung eures Bikes vorgebt, könnt ihr mit dem rechten Stick euer Gewicht verlagern. Dieser „Fahrerreflex“ bewirkt eine zusätzlich verfeinerte Handhabung beim Fahren oder Springen. Durch die richtige Verlagerung lehnt ihr euch mehr in die Kurven oder federt Stöße besser ab, wodurch ihr noch präziser euer Bike steuert. Am beispielhaftesten bekommt ihr das im Tutorial vermittelt. So zum Beispiel beim Überfahren einer Serie von Hügeln. Gerade hier zeigt sich, wie praktisch diese neue Steuerungsmethode ist, da ihr so die Fahrstabilität regulieren könnt.
Habt ihr einmal den Bogen raus, dann gelingen euch auch waghalsige Sprünge. Die gehen ähnlich leicht von der Hand und werden durch kurze Kombinationen mit dem rechten Stick eingegeben. Sogar Unfälle lassen sich durch das Ausbalancieren verhindern. Lauft ihr nämlich Gefahr zu stürzen, müsst ihr lediglich die Balance wiederherstellen und euer Fahrer sitzt wieder im Sattel. Gerade nach den Stunts ist das eine praktische Fähigkeit, um im Rennen zu bleiben. Allgemein ist das Fahrverhalten nämlich sehr direkt und realistisch. Schon kleine Fahrfehler können euch noch auf der Zielgeraden den Sieg kosten. Diese penible Steuerung kann schon mal Nerven kosten und den Spielspaß in den Sand fahren.
Welches Bike nehmen wir heute?
Auf fünf verschiedenen Vehikel-Arten kämpft ihr um die besten Plätze und um den Ruhm. Motocross, Quad, UTV (Utiliy Vehicle), Truck und Buggy sind auswählbar. Jedes Fahrzeug lässt sich natürlich ganz anders steuern und bringt seine jeweiligen Vor- und Nachteile für den Fahrbetrieb mit ein. So sind die Quads und Motorbikes am wendigsten und sie lassen sich für Stunts missbrauchen. Trucks und UTVs sind dafür in schwierigem Gelände die Helden, müssen aber auf die Stuntfähigkeit verzichten.
Mit dem knapp bemessenen Tuning-Angebot könnt ihr eure Gefährte außerdem für die Rennen aufmotzen. Mehr als die Beschleunigung und Endgeschwindigkeit lassen sich hier aber leider nicht modifizieren. Dafür spielt die richtige Bereifung aber eine wichtige Rolle. Denn je nach Untergrund müsst ihr euch für eine weiche oder harte Einstellung entscheiden, was wiederum Vorteile in der Steuerung bringt.
Bezüglich der Modi bekommt ihr leider keine sehr innovative Mischung geboten. Ein wenig inspirierter Karriere-Modus mit 18 Meisterschaften verschafft euch Zugang zu neuen Strecken und Kohle für die Upgrades eurer Fahrzeuge. Doch leider sind sich die verschiedenen Modi einfach zu ähnlich. Zwar haben sie alle unterschiedliche Bezeichnungen, doch meistens sind sie nur kleine Abweichungen vom eigentlichen Rennbetrieb mit eben anderen Fahrzeugen.
Lediglich der Freistil- und Freie-Fahrt-Modus stechen hier hervor. Während im Freistil-Modus nur auf eure Stuntfähigkeiten geschaut wird, dürft ihr im Freie-Fahrt-Modus eine von drei großen Arealen erkunden. Groß Spaß macht das aber leider nur selten, da die Landschaften sehr steril und unbelebt wirken. Auch die Gegner steuern nicht gerade zum Spielspaß bei. Sie sind echte Rowdys und rammen euch oft oder sind unverschämt schnell, was die Offline-Fahrten manchmal etwas unausgewogen macht. Dagegen überaus zu loben: Während den Ladezeiten dürft ihr in einem abgedunkelten Stadion eure Stunts üben. So wird es in den Pausen eigentlich nie langweilig.
Das rockt aber
THQ hat sich bei der Produktion wirklich nicht lumpen lassen. MX vs. ATV Reflex hat einen extrem rockigen Soundtrack, der das Geschehen musikalisch perfekt untermalt. Wenn euch bei den Stunts und schnellen Rennen Gitarrenriffe von In Flames um die Ohren jagen, dann kann das passender fast nicht sein. Wunderbar!
Wofür man den Publisher aber keineswegs loben kann, ist die grafische Ausarbeitung. Zu matschig und zu grob ist das ganze Geschehen auf dem Bildschirm, als das man in ernsthafte Konkurrenz mit zum Beispiel Dirt oder Motorstorm treten könnte. Sorry THQ, das ist leider misslungen. Wofür man aber durchaus Bewunderung aussprechen kann, ist die sich stets verändernde Strecke. Tiefe Furchen fahrt ihr während der Rennen in den Dreck, die das Fahrverhalten verändern können. Diese persönliche Note bleibt euch während des ganzen Rennens erhalten, weswegen euch in manchen Situationen eine ausgefahrene Strecke den Sieg verbauen kann. Komisch eigentlich, dass man dann auch nicht noch passende Wettereffekte, wie zum Beispiel Regen, in das Spiel hat einbauen können.
Im Multiplayermodus könnt ihr all diese Erfahrungen offline auch zu zweit machen. Wem das nicht genug ist, der fährt online mit bis zu zwölf weiteren Kontrahenten auf der Strecke und kämpft um die vorderen Ranglistenplätze.
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