Sonic & SEGA All-Stars Racing ist nur bedingt mit Mario Kart Wii vergleichbar. Man beachte die feinen Nuancen in Sachen Gameplay und…. Blablabla. Nennen wir das Kind doch einfach beim Namen: Sonic & SEGA All-Stars Racing ist Mario Kart Wii mit Sega-Charakteren. Ausnahmsweise verzeihen wir den Entwicklern von Sumo Digital den dreisten Ideenklau, denn der Fun-Racer macht schlicht und ergreifend Spaß. Richtig viel Spaß. Ob sich dennoch der Sega-Klon vom Bruder im Geiste Mario Kart Wii abheben kann, das verrät nun unser Review:
Zwillinge
Ihr habt schon mal Mario Kart Wii oder einen früheren Teil der Mario Kart-Serie gespielt? Super, dann tauscht doch einfach Mario und seine Freunde gegen 20 Sega-Stars wie Tails, Ryo oder AiAi aus. Nun müsst ihr euch nur die Karts und Motorräder wegdenken, mit denen die Nintendo-Stars fahren, und euch schnelle Rennwagen, Monstertrucks und andere verrückte Fahrutensilien vorstellen, in denen die die Sega-Fahrer Platz nehmen. Schon haben wir die größten Unterschiede zwischen Sonic & SEGA All-Stars Racing (SSA) und Mario Kart Wii besprochen.
Vorstellungskraft beiseite: SSA ist ein klassischer Fun-Racer, bei dem ihr wie verrückt über ausgefallene Rennstrecken heizt, Waffen einsammelt, mit denen ihr euren Konkurrenten das Leben schwer macht, in Kurven driftet sowie während eines Sprungs Kunststücke vorführt und… naja, das war´s schon. Zunächst aber alles zu den Modi.
Euros? Sega-Meilen!
Hier orientiert sich SSA sehr am großen Vorbild: Im Grand Prix-Modus dürft ihr an sechs verschiedenen Wettbewerben mit jeweils vier Strecken teilnehmen. Gefahren wird gegen sieben Konkurrenten, deren Renn-Intelligenz ihr mit Hilfe von drei Stufen (Anfänger, Mittel, Profi) festlegt. Im Einzelrennen könnt ihr eure Lieblingsstrecke nochmals abfahren und im Zeitrennen eure Bestzeit in Form eines „Ghost“ nachjagen. In Sachen Mehrspieler-Modi könnt ihr entweder drei Freunde vor dem Fernseher versammeln und im Split-Screen gegeneinander fahren, oder ihr sucht euch online bis zu sieben Rennfahrer.
Neben diesen Standard-Modi gibt es noch die Missionen. Hier werden euch verschiedene Aufgaben gestellt, die ihr mit einem bestimmten Fahrer meistern müsst. So sollt ihr möglichst viele Drifts hinlegen, Symbole auf der Fahrbahn abschießen oder eine kleine Rennserie gewinnen. Die Missionen sind eine willkommene Abwechslung und ohne Frage die größte Stärke von SSA gegenüber Mario Kart Wii. Das Beste an den Rennen: Egal welchen Modus ihr auswählt oder welche Platzierung ihr erreicht, ihr werdet stets mit sogenannten Sega-Meilen belohnt. Diese Meilen dürft ihr gegen neue Fahrer, Strecken und Musik eintauschen. Das ist sehr motivierend und verleitet zum häufigen Spielen. Nun aber zum eigentlichen Spiel.
Kein Fair Play
Wie schon erwähnt nehmen die Fahrer in den verschiedensten Rennwagen Platz. Sonic zum Beispiel fährt in einem blauen Flitzer über die Pisten, Ryo besteigt ein schnelles Motorrad und Dr. Eggman lenkt einen großen Monstertruck. Wie bei Mario Kart Wii hat jeder Fahrer besondere Vor- und Nachteile. So sind die kleinen Fahrer besonders flink und wendig, jedoch nicht besonders robust. Bei Fahrfehlern kann es oft passieren, dass sie sich drehen und ihr so wichtige Sekunden verliert. Dann heißt es schnell wieder dem Feld hinterherjagen und auf eine gute Waffe hoffen.
Waffen spielen auch bei SSA eine große Rolle. Diese erhaltet ihr, wenn ihr durch auf der Strecke verteilte Boxen fahrt. Ein Zufallsgenerator entscheidet dann, mit welchem Hilfsmittel ihr eure Umwelt terrorisieren dürft. Neben Boxhandschuhen, die ihr auf eure armen Gegner abfeuert, haben es noch weitere witzige und zum Teil sehr fiese Waffen ins Spiel geschafft. Zwei unserer Lieblingswaffen: Ein Stern, den ihr auf den Gegner abfeuern dürft. Wird der Kontrahent getroffen, muss er für kurze Zeit spiegelverkehrt an der Decke fahren. Auch sehr beliebt ist eine riesige Tröte, die bei geschicktem Einsatz gleich mehrere Gegner behindert.
Eine Superwaffe wollen wir nicht verschweigen, nämlich den All-Star- Move. Erhaltet ihr diese Waffe, seid ihr entweder für kurze Zeit unverwundbar oder aber ihr dürft eure Gegner mit Sachen bewerfen. Jeder Fahrer hat seinen ganz persönlichen All-Star-Move, der mit einer sehr schicken Zwischensequenz eingeleitet wird.
Wer nicht driftet, verliert
Ganz auf die Waffen könnt ihr euch aber auch nicht verlassen, denn es bedarf auch fahrerisches Geschick, um bei den sehr schnellen Rennen bestehen zu können. Ob ihr als Letzter oder Erster über die Ziellinie fahrt, hängt hauptsächlich von euren Drift-Fähigkeiten ab, denn mit einem Drift erhaltet ihr zusätzlichen Turbo.
Insgesamt gibt es drei Turbo-Stufen. Wer lang genug sein Auto um die Kurve steuert, wird mit einem satten Turbo belohnt. Den schnellen Schub erhaltet ihr auch, wenn ihr während eines Sprungs per Knopfdruck ein Kunststück ausführt. Landet ihr nach einem geglückten Kunststück, geht es um einiges schneller weiter.
Mit dem Wort „schnell“ lässt sich SSA am besten beschreiben, denn im Vergleich wirkt Mario Kart Wii schon fast gemütlich. Beim Sega-Racer hingegen geht es schon von der ersten Sekunde an richtig zur Sache. Da wird keine Rücksicht auf seine Mitmenschen genommen, wie verrückt gedriftet und Kunststücke in der Luft ausgeführt. Und das alles bei Höchstgeschwindigkeiten. Den Fahrer hat man zum Glück jeder Zeit unter Kontrolle.
Kleine Ruckler
Kritik üben wir bei SSA lediglich an der Grafik. So kann es bei einigen Levels passieren, dass kurzzeitig die Bildrate einbricht und es zu kleinen Rucklern kommt. Das passiert zum Glück nur äußerst selten und auf den Spielspaß wirken sich diese Mängel ohnehin fast nicht aus. Abgesehen davon hat uns die Präsentation des Spiels sehr gut gefallen, besonders die bunten Farben und die mit vielen Details gespickten Strecken wissen zu gefallen.
Die Strecken orientieren sich thematisch an Spielen bekannter Sega-Helden wie Billy Hatcher oder AiAi. Schade, dass nicht jeder Fahrer seine eigene Strecke spendiert bekommen hat. Eine Virtua Fighter- oder Shenmue-Strecke hätte den Fans sicher gefallen. Aber wie im richtigen Leben kann man ja nicht immer alles haben. Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Sound: Die Musik mit ihren Elektrobeats und rhythmischen Melodien passt perfekt zum schnellen und teils hektischen Spielgeschehen. Lediglich der Kommentator mit seinen teils unpassenden Äußerungen wird euch schnell auf die Nerven gehen. Wer sich nicht mit dem Gelaber anfreunden kann, schaltet dieses Feature einfach aus.