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Heiß ersehnt, endlich da: Kojima lässt seinen wohl beliebtesten Helden mit Metal Gear Solid: Peace Walker ein weiteres Mal auf der PSP umherschleichen und beschert uns ausgerechnet auf Sonys kleinstem System das wohl größte Abenteuer – zumindest in Sachen Umfang. Doch kann auch der Rest des Spiels überzeugen?
Man sieht sich immer zweimal
MGS: Peace Walker knüpft direkt an die Ereignisse aus MGS 3: Snake Eater und MGS: Portable Ops an. Es ist das Jahr 1974. Nachdem Snake Big Boss erfolgreich zur Strecke brachte, verließ er die Vereinigten Staaten und gründete „Militaires Sans Frontieres“, eine unabhängige Miliz, die denen zu Hilfe eilt, die sich nicht selbst zu helfen wissen. Eines Tages stehen ein Professor und seine Studentin vor der Tür und bitten um Hilfe. Aus zwielichtigen Gründen scheint die CIA Costa Rica angreifen zu wollen. Snake ist skeptisch, doch sagt zu als der Professor ihm ein Tonband vorspielt, auf dem die Stimme von Big Boss zu hören ist. Zu sehr haben die Ereignisse Spuren hinterlassen, zu viele Fragen sind noch offen, als dass unser Held dem nicht auf den Grund gehen könnte.
Die Story des Spiels ist nicht nur in ansprechenden Comic-Szenen umgesetzt worden, sie ist zudem relativ leicht zu verfolgen ohne an Spannung einzubüßen. Gerade das MGS-Universum ist mittlerweile so groß, dass längst nicht jeder Spieler wirklich mitkommt, ohne sämtliche Ableger gespielt zu haben. Wer steht wie zu wem? Was ist die Motivation der einzelnen Protagonisten? All diese Probleme treten in MGS: Peace Walker glücklicherweise nicht auf.
Begrenzungen überwinden
Bei einem derart komplexen Spiel wie Metal Gear Solid spürt man mehr denn je die Einschränkungen, die vor allem mit dem Fehlen eines zweiten Analogsticks auftreten. Um annähernd meistern zu können, was sich auf einer der „großen“ Konsolen eindeutig besser steuern ließe, stellen die Entwickler drei Kontrollschemata zur Wahl: „Action“, „Shooter“ und „Hunter“, wobei letzteres an das wahnsinnig erfolgreiche „Monster Hunter“ angelehnt ist. Zu hundert Prozent überzeugend ist jedoch keines der drei.
Dennoch ist die Steuerung kein Totalausfall, sondern kämpft halt nur mit den Einschränkungen des Handhelds. Eine Unterstützung, vor allem im Kampf, ist die automatische Zielfunktion, die aber ebenso ausgeschaltet werden kann. Etwas enttäuschend ist jedoch, dass die deutlich leichtere Variante MGS: Peace Walker zu spielen, ausgerechnet eine für die Serie untypische ist: Run & Gun. Man verzichtet auf diese Weise zwar auf einige Extras, die sich durch bedachtes Vorgehen freischalten lassen, doch zunehmend brenzligere Situationen fordern eine Entscheidung. Schießen, Ranking versauen und leben, oder nach eurem Ableben die ganze Mission wiederholen. Rücksetzpunkte gibt es nicht.
Bloß nicht alleine bleiben
Einfacher wird es hingegen im Koop-Modus. Dann erst entfaltet das Spiel seinen ganzen Reiz, offenbart aber auch erhebliche Balancing-Probleme. Die komplette Kampagne lässt sich durchgehend zu zweit, in vielen Missionen auch zu viert bestreiten. Es gibt sogar eine Online-Funktion, doch läuft diese nicht offen ab, sondern über feste Hosts, die einen Channel einstellen müssen. Um genau zu sein, ist das kooperative Spiel größter Pluspunkt und größte Schwäche zugleich. Als einzelner Spieler gerät man immer wieder in geradezu absurd schwere Situationen (vor allem während der Boss Fights), so dass der Frust den Spielspaß um Längen überwiegt. Zu zweit, oder bestenfalls gar zu viert sieht man sich ein und derselben Situation gegenüber, kann aber die Stärken der Gruppe nutzen, flankieren und Aufgaben untereinander aufteilen. Es scheint fast so, als setzen die Entwickler das gemeinsame Spielen voraus, haben aber nicht bedacht, dass gerade in unseren Breitengraden die meisten PSP-Spieler „Singles“ sind.
Diejenigen, die durchaus die Möglichkeit haben online zu spielen, können dies nicht nur mit- sondern auch gegeneinander tun. Bis zu 6 Spieler messen sich in „Deathmatch“-, „Team Deathmatch“- und „Capture and Base Defense“-Modi. Das ist eine nette Dreingabe, aber kaum mehr. Interessanter sind dann schon die weit über 100 Special Ops, die sich freischalten lassen und in denen es gilt, neue Rekorde aufzustellen. Der Umfang ist also wieder einmal erste Klasse.
Eine Schönheit in Grün und Braun
Technisch gesehen gehört das Spiel eindeutig zu den stärksten Titeln, die das System zu bieten hat. An Snake Eater angelehnt dominieren hauptsächlich grüne und braune Farben, die das Dschungel-Setting konsequent und durchaus ansehnlich widergeben, auch wenn man Einbüße im Detailgrad hinnehmen muss. In Sachen Sound bekommen wir nur das Beste auf die Ohren. David Hayter spricht erneut Snake und auch atmosphärisch kommt des Öfteren ein wirklich gutes Gefühl für die Umgebung auf, wenn man das peitschende Wasser am Strand, oder Tiere durch das Unterholz rascheln hört.
Richtig überzeugend sind vor allem die wirklich schönen Comic-Sequenzen, die ich bereits eingangs erwähnte. Schade nur, dass diese sich nicht pausieren lassen. Eine dumme Entscheidung seitens der Entwickler, haben wir es doch mit einer portablen Konsole zu tun. Das heißt, wenn man beispielsweise mit der Bahn unterwegs ist und dann aussteigen muss, ist es äußerst ungünstig mitten in einer Cutscene zu stecken, die sich nicht einmal unterbrechen lässt. Ebenso ärgerlich ist es auch, nicht während einer laufenden Mission speichern zu können.
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