Test: Little Deviants
Minispielsammlungen eignen sich besonders gut dazu, bestimmte Features eines Systems hervorzuheben. Da die PSVita gleich mit mehreren neuen Funktionen daherkommt, braucht es eine ganze Ladung knuddeliger Aliens und ausgefallener Spiele, um alle neuen Eigenschaften des Handhelds vorzustellen. Dass „innovativ“ dabei nicht immer mit „sinnvoll“ gleichzusetzen ist, übersehen viele Entwickler dabei.
Neigen, schütteln, rufen, berühren, sehen…
Die neue PSVita bietet viele neue Eigenschaften: Neigungssensoren mit digitalem Kompass, Beschleunigungssensoren, Mikrofon, Touchscreen Touchpad sowie zwei Kameras. Mit diesen elektronischen „Helferlein“ kann man einiges anstellen und um die Möglichkeiten der Vita besonders gut zu präsentieren, muss natürlich ein Spiel her, das all diese Features unterstützt.
Little Deviants ist eine Ansammlung verschiedener Minigames, die allesamt sehr innovative Steuerungskonzepte bieten. Als Hintergrund-Story hat man sich für putzige Aliens entschieden, die auf einem Planeten gestrandet sind. Um ein neues Raumschiff bauen zu können, müssen die kleinen Außerirdischen diverse Aufgaben (gesagte Minigames) erledigen, um so Stück für Stück das „Rettungsboot“ zusammen zu bauen.
So steuert man beispielsweise mit den Neigungssensoren einen Fallschirmspringer durch verschiedene Ringe, verformt mit dem hinteren Touchpad den Boden um einen kugelförmigen Alien in die richtige Richtung rollen zu lassen, zerstört böse Roboter durch bloßes Antippen an der richtigen Stelle oder ballert via AR-Kamera im eigenen Wohnzimmer umher.
Technisch gesehen schlägt sich Little Deviants auf dem ersten Blick gar nicht so schlecht, denn zumindest grafisch können sich die im Comicstil gehaltenen knuddeligen Wesen durchaus sehen lassen. Die Umsetzung der Steuerung wirkt allerdings oft aufgesetzt und trägt durch die Ungenauigkeit dazu bei, dass statt Spielspaß ausschließlich Frust aufkommt. Besonders bei den Spielen in denen die Neigungssensoren oder das hintere Touchpad zum Einsatz kommen, stellt sich die Steuerung als Hauptgegner im Spiel heraus. Die eigentlichen Widersacher auf dem Bildschirm werden da schnell zu Randfiguren. Darüber hinaus ist das eigentliche Gameplay an sich mehr als Einfallslos und nahezu jede Aktion im Spiel hat man schon mal irgendwo in einer anderen Minispielsammlung in ähnlicher Form gesehen.