Aha, das ist es also, das Wonderbook. Sieht schick aus und auch an der Verarbeitung gibt es nicht zu bemängeln. Anstatt von Buchstaben sind auf den Blättern jedoch QR-Codes abgebildet. Dadurch erkennt die PlayStation-Kamera die jeweiligen Kapitel, also die Aufgaben. Der Move-Controller dient als virtueller Zauberstab, mit dem der Zauberlehrling Bewegungen ausführt, die dann ins Spiel übertragen werden. Auf dem Fernsehbildschirm ist immer der Spieler zu sehen, die Zauberwelt wird sozusagen in euer Zimmer hineinprojiziert –klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Wer es sich nicht vorstellen kann, findet unter dem Text ein Video.
Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche erzählt im Grunde keine Geschichte. Alles ist zwar in der Welt von Harry Potter angesiedelt, auf die bekannten Charaktere trifft man hingegen nicht, das Missionsdesign ist ebenso einfallslos. Als angehender Zauberer gilt es Zaubersprüche zu lernen, die dann in einer „Mission“ angewandt werden. Das Spiel, beziehungsweise das Buch, bietet fünf Kapitel an, in denen man vier Zaubersprüche lernt. Für einen Zauber bewegt man den Move-Controller in die vorgegebene Richtung. Wurde die Bewegung korrekt ausgeführt, hagelt es etwa Blitze oder aus dem Zauberstab kommt Feuer. Der „Wow-Effekt“ hält sich leider in Grenzen, da die Missionen alles andere als herausfordern sind. Klar, Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche ist ein Spiel für Kinder, aber selbst Kids werden das Buch schon nach wenigen Stunden beendet haben. Für besonders gute Leistungen wird jeder Zauberer zwar mit Punkten belohnt, so richtig motivierend ist das leider auch nicht, da die Aufgaben einfach zu leicht sind.
Pädagogisch nicht besonders wertvoll: Selbst wenn der Magier Fehler macht oder den Vorgaben nicht folgt, wird er gelobt und ermuntert. Auf die Spitze getrieben wird diese Lobhudelei bei den Sprachbefehlen. Selbst wer einen Zauberspruch undeutlich „daherplappert“ oder einfach nur unverständlich rumbrüllt, erhält ein Lob.
In technischer Hinsicht ist der Titel ist Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche eher mittelprächtig. Die kleinen Effekte sind ganz nett anzusehen und der Sound geht auch in Ordnung, der Fokus der Macher lag aber ganz offensichtlich nicht darin, ein Grafik-Feuerwerk abzubrennen. Die Bucherkennung und die Bewegungen werden im Großen und Ganzen von der Kamera eingefangen, dennoch kommt es gelegentlich zu Verzögerungen und Rucklern, was sich mitunter auf den Spielspaß auswirken kann. Wenn man bei so einem geringen Umfang überhaupt von Spaß reden kann…