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Golfen ist ein Altherrensport. Wer seine besten Zeiten erlebt hat, der geht auf den Golfplatz. Franz Beckenbauer, Olli Kahn und viele andere Männer unserer mehr oder weniger Prominenten gehen da mit gutem Beispiel voran. Gleiches gilt auch für die Weltelite, denn ein Jack Nicklas oder Bernhard Langer sind auch nicht mehr die Jüngsten. Wie gut, dass es junge und dynamische Profispieler wie Tiger Woods gibt, die sich gegen dieses Klischee stellen und zeigen, dass Golf eben nicht nur für Herren und Damen jenseits der Ü40-Party einen Tag füllenden Sportes darstellen kann.
Übung macht den Meister
Bevor ihr euch allerdings mit den Größen des Golfsports messt, sei euch das ausgiebige Tutorial ans Herz gelegt, welches euch über das grundlegende Kontrollschema informiert und euch hilfreiche Tipps und Tricks für den späteren Spielverlauf gibt. Von einem einfachen Abschlag, über das Einlochen bis hin zu akkurat angeschnittenen oder besonders weiten Schlägen, Einsteiger kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Gerade Anfänger freuen sich außerdem über viele zuschaltbare Hilfen, die ihnen das spätere virtuelle Profi-Golfer-Leben erleichtern. Die Tipps können zudem auch während späteren Matches zu Rate gezogen werden.
Habt ihr genug geübt und seid sicher, euch auf die großen Golfanlagen der Welt zu wagen, findet der Titel seine Erfüllung im Karriere-Modus, in dem ihr euch entweder eine eigene, ausgefallene Visage mit individuellen Attributen zusammenschustert oder euch ganz bequem am König des Golfsports, Tiger Woods, bedient, um gegen fiktive Golfer in 1-Gegen-1-Duelle in insgesamt 16 Challenges anzutreten. Am Ende gewinnt natürlich derjenige, der am wenigsten Schläge über die Botanik benötigt hat, um den Golfball im Loch zu versenken. Dadurch verbessert ihr zum einen eure Fähigkeiten und erhaltet zum anderen einen netten finanziellen Bonus. Gewonnene Preisgelder dürfen schließlich in Equipment und Outfits investiert werden.
Abseits des Fairways warten allerhand Minigames auf euch, die es zu bewältigen gilt. So müsst ihr etwa dichter an das Loch schlagen als euer Kontrahent oder Ziele in vorgegebener Reihenfolge treffen. Nette Dreingabe, was eine nette Auflockerung zum harten Golferalltag darstellt.
Konservative Steuerung
Steuerungstechnisch präsentiert sich Tiger Woods PGA Tour 07 wie eh und je und geht dabei keine großen Risiken ein. Wie auch auf den anderen Plattformen dient der linke Analogstick dazu, die Schläge auszuführen, wobei ihr auf diese Weise zugleich die Schlagkraft bestimmt. Indem ihr den Stick zu euch hin zieht, holt ihr aus. Wenn ihr den Stick nun nach vorne schiebt, schlägt der Spieler vom Tee ab. Je nach Geschwindigkeit und Schlägerart, verändert sich dementsprechend die Härte eures Schlages. Schön ist dabei vor allem die absolut korrekte Ballphysik, die das Spiel ausmacht.
Von großer Bedeutung ist an dieser Stelle maßgeblich die Wahl des richtigen Eisens, da ihr den Ball etwa aus einem Sandbunker zunächst „herauskratzen“ müsst, um anschließend wieder einen wuchtigen Schlag zu landen. Hinzu kommen die klimatischen Wetterverhältnisse, wie beispielsweise Gegenwind, der die Flugbahn sichtlich beeinflusst. Die Sixaxis-Funktion der Playstation 3 wurde nur dezent in das Spiel integriert. Schnitt und Spin lassen sich nämlich alternativ durch Neigung des innovativen Gamepads ausführen.
Im Online-Modus liefert Tiger Woods PGA Tour 07 eine durchweg solide Figur ab. Wählen könnt ihr im Netzwerk-Modus zwischen einem nicht-Ranglisten oder Ranglisten-Spiel, wobei ihr natürlich bei dem gewerteten Match Gefahr lauft, richtigen Golf-Veteranen zu begegnen. Wie üblich gilt, dass die Spielervermittlung so gut wie kein Hindernis darstellt und man schnell ein passendes Match gefunden hat.
Von Gras, Zuschauern und sandigen Bunkern
Grafisch verdienen die Entwickler Lob bei der Umsetzung der Bewegungsabläufe. Nicht nur, dass die Protagonisten ihren Ebenbildern zum verwechseln ähnlich sehen, auch die geschmeidig animierten Bewegungen sehen verdammt natürlich aus. Der Nachbau der original lizenzierten Fairways kann zwar mit jubelndem und polygonreichem 3D-Publikum am Spielrand überzeugen, kommt unterm Strich aber viel zu unspektakulär daher. Da liegt vor allem an den wirklich spärlich gesäten Details.
Zwei, die in keinem Golftitel fehlen dürfen: David Feherty und Gary McCord. Die beiden Plappermäuler leiten euch mit ihrem fachkundigen Kommentar durch den gesamten Spielverlauf. Zum Trotz vieler wird das komplette Spiel nur in Englisch ausgeliefert, was zwar bezogen auf den Kommentar nicht tragisch ist, jedoch für jüngere Spieler oder Gamer mit geringeren Englischkenntnissen bezogen auf den Rest des Spiels ein wenig enttäuschend sein dürfte.
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