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Activision setzt die Erfolgsserie „Call of Duty“ exklusiv auf Konsolen fort, diesmal lag die Entwicklung allerdings wieder in den Händen von Entwicklerstudio Treyarch. PC- und Videospieler, welche sich nicht vollkommen - von dem langsam aber sicher ausgelutschten WK2-Szenario abschrecken lassen, haben sicher schon sämtliche Screens und Trailer verschlungen. Ohne zuviel zu verraten, kann man aber bereits sagen, dass „Call of Duty 3“ optisch wirklich atemberaubend aussieht. Doch bietet der Nachfolger der Erfolgsserie nur eine frische Optik oder auch spielerische Neuerungen? Wir sind für euch an die Front gestürmt, um auch die PS3-Version genauestens unter die Lupe zu nehmen.
Der Friedhof zum gemütlichen Einstieg
Das fulminante Intro von CoD 3 lässt bereits den Puls eines jeden Ego-Shooter Fans höher schlagen, erst recht wenn das passende Surround-System an die PS3 angeschlossen ist. Doch keine Sorge, zu Beginn fliegen einem nicht gleich hunderte von Kugeln um die Ohren, zumindest nicht sofort. Denn am Anfang steht das typische Mini-Tutorial bereit, hier lernt der Spieler zu zielen, den Granateneinsatz, sowie einige rudimentäre Bewegungsbefehle. Danach ist allerdings Schluss mit lustig und es geht in den nahe gelegenen Truppentransporter und an die Front.
Auf der Fahrt haben die Kameraden noch gute Laune, doch diese vergeht ihnen schon bald, als nämlich die ersten Explosionen in direkter Nähe einschlagen und auch den eigenen Laster auf die Probe stellen. Wie noch oft im späteren Spielverlauf, lernt man nun das Gefühl eines Hörsturzes kennen, als Folge der extrem nahen Explosion. Das Bild verschwimmt, als man zu sich kommt hört man seinen Vorgesetzten bereits Befehle bellen und das typische Rattern von Maschinenpistolen klingelt einem im Ohr.
Die „Call of Duty“-Reihe ist bekannt für seine atmosphärisch hohen Einführungen, doch was sich beim dritten Teil zu Beginn abspielt lässt einen wirklich förmlich den Kopf einziehen. Der neueste Teil spielt komplett in der Normandie, auch ist man wieder mit diversen Charakteren unterwegs ist, darunter Amerikaner, Kanadier und Polen. Daher sollte man trotz Storyschnipsel keine Geschichte erwarten, die etwa einen Helden und tiefgehende Ereignisse herbeiführt. Doch kommen wir zum Geschehen zurück, schließlich müssen wir einen Krieg gewinnen. Die Action beginnt kurz nach eurem Unfall, hier hilft netterweise ein Soldat das vor einem liegende Mauerstück zu erklimmen. Kurz darauf dürfte sich aber wohl jeder wünschen, er wäre auf der anderen Seite geblieben, denn hier findet man sich wahrhaftig auf einem Schlachtfeld wieder. Man gerät mitten in ein riesiges Feuergefecht gegen die Deutschen, welche verbissen die Stellung halten. Rechts und Links schlagen bereits die ersten Geschosse ein, welche dank bestem Surround-Sound einfach nur unglaublich real klingen. Kurz darauf macht sich wieder die rechte Box bemerkbar und ein Schrei folgt, infolge sieht man nur noch einen seiner Kameraden durch die Luft fliegen.
Volle Deckung!
Man selbst erwischt sich oft dabei den Schädel einzuziehen oder aufgrund der genialen Soundkulisse und Optik um eine nahe Ecke schauen zu wollen. Die Kulisse könnte wohl angemessener nicht ausfallen, eine Kirche im nahen Hintergrund und man selbst sucht zwischen Grabsteinen auf dem nahen Friedhof möglichst gute Deckung. Während man sich so langsam aus der Deckung gehend weiter vorarbeitet kommt die nächste Überraschung. Ein Flugzeug kracht donnernd in den nahen Kirchenturm und die Glocke lässt ein letztes Mal eindrucksvoll von sich hören. Willkommen in der Hölle, wäre hier schon fast der passende Ausdruck.
Diese und weitere Situationen erlebt man in CoD 3 am laufenden Bande, nur selten gibt es eher ruhige Momente. Das Spielprinzip basiert auch zum großen Teil darauf, euch keine Verschnaufpause zu gönnen. Somit will man immer wieder die Kriegsatmosphäre und das Mittendrin statt nur dabei Gefühl aufrechterhalten. Nur leider klappt das nicht immer so perfekt wie in manchen Abschnitten. Da der Titel voll und ganz auf gescriptete Events baut, gibt es doch die ein oder andere negative Wirkung. Bewegt man sich an vielen Stellen im Spiel nicht an genau markierte Punkte auf der Karte vor, geht das Geschehen einfach immer so weiter. Dann erlebt man beispielsweise unendlich andauernde Soldatenmassen, so dass man praktisch die ganze Munition in diese, munter von der selben Stelle weiter auftauchenden, deutschen Soldaten jagen kann. Dieser Missstand tut der ansonsten genialen Atmosphäre leider einen kleinen Abbruch.
„Call of Duty“ bietet zwar verschiedene Wahlmöglichkeiten im Spiel, z.B. welchen Pfad man einschlagen soll. Trotzdem bleibt das Spiel extrem eingeschränkt und linear, Türen gehen nur zu festgelegten Zeitpunkten auf, bzw. wenn es das Script vorsieht. Man kommt nicht über die kleinsten Hindernisse oder stößt schnell an Grenzen. Auch die Möglichkeit aus einer Deckung heraus feuern zu können wäre eine sinnvolle Neuerung gewesen.
Nahkampf-Rangelei
Treyarch bietet grundsätzlich gewohnte WK-2 Shooterkost an, es kommen haufenweise Waffen zum Einsatz, egal ob Gewehr, Pistole, Maschinenpistolen, Panzerfaust, Rauchgranate oder Splittergranate. Auch diverse Fahrzeuge sind nun steuerbar, darunter fallen Panzer, Jeeps und im Multiplayer auch Motorräder. Abwechslung ist somit genug geboten, auch muss man als Soldat öfters Ziele via Fernglas für Panzer und Artillerie markieren oder aber selbst einen Mörser, sowie ein Panzerabwehrgeschütz bedienen.
Neben den schon erwähnten Vehikeln bietet der Kriegstitel aber auch noch mehr frischen Inhalt. Erwähnenswert ist zum Beispiel der Nahkampf, welcher auch zu festen Zeiten nur im Singleplayer eintritt, hier muss man sich via Sixaxis-Pad aus Lebensbedrohlichen Situationen retten. Auch beim steuern von Fahrzeugen findet die neue Neigungstechnik ihre Einsatzmöglichkeit. Vorallem aber in den Nahkämpfen ist die implementieren ziemlich ordentlich gelöst, um den Feind los zu werden muss man schonmal heftige Bewegungen mit dem Pad ausführen.
Im Laufe der Singleplayer-Kampagne wird man also eine Menge zu tun bekommen. Als Soldat ist man auch nachts und bei mistigem Regenwetter unterwegs, hier trumpft die Grafikengine nochmals mächtig auf. Wenn sich die sehenswerten Grashalme im Wind biegen, Geschosse in große Wassergräben einschlagen oder aber auch nur der normale Regen schöne Effekte zurücklässt. Bis man „Call of Duty 3“ erfolgreich gemeistert hat sollten bei den meisten Spielern auch gute zehn Stunden vorüber gegangen sein. Erfahrene Shooter-Veteranen sollten tunlichst nicht auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad einsteigen.
Bis zu 24 Spieler
Die wohl größte und wichtigste Innovation neben der Optik stellt aber der Multiplayer-Part dar. Hier hat Entwickler Treyarch ganze Arbeit geleistet und liefert wohl den für Konsolen umfangreichsten Shooter ab. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man nun extrem viele Auswahlmöglichkeiten, egal ob Spielmodi, Spielfigur oder Waffenwahl. Was auch eine Erwähnung wert ist, im Onlinespiel können bis zu 24 Spieler auf einer Karte in den Krieg ziehen und das ohne lästige Lags oder Ruckler. Die Optik wird dabei auch nicht heruntergeschraubt.
Im Onlinespiel kann man sich dann so richtig austoben, egal ob Teamplay, Capture the Flag, Deathmatch-Varianten, alles ist dabei. Das Steuern von Fahrzeugen und die Möglichkeit in verschiedene Rollen zu schlüpfen bürgt zusätzlichen Spielspaß. Wer Freude daran hat halb tote wieder ins Leben zurück zu holen, wird den Sanitäter wählen. Andere Naturen fühlen sich dagegen eher als Späher oder aber Schwerbewaffneter Soldat wohl. Über fünf verschiedene Typen stehen zur Auswahl, diese unterscheiden sich sowohl vom Spielgefühl als auch von der Waffenmäßigen Ausrüstung her. Die letzte Wahl betrifft dann noch die gewünschte Seite, sprich Allianzsoldat oder aber Mitglied der Achsenmächte.
Atmosphärisch erste Klasse
So realistisch wie in „Call of Duty 3“ wurde der Krieg wohl noch nie rübergebracht. Die Grafik hat im Gegensatz zum Vorgänger nochmals deutlich zugelegt. Wenn wir mal von Gears of War für die 360 absehen, schlägt der dritte Teil grafisch in jedem Fall "Resistance". Alle Charaktere und deren Uniformen, Waffen und Helme strotzen nur so vor Details, zusätzlich sorgt das Anti-Aliasing (Kantenglättung) für den Rest. Besonders die Gesichter der Soldaten sorgen für einen WOW-Effekt, so etwas sieht man bisher in keinem Titel. Doch damit ist noch lange nicht Schluss, Gebäude lösen sich fast in ihre Einzelteile auf und Mörser richten mächtige Explosionen an. Alles wirkt extrem detailliert, auch wenn vielleicht einige Häusertexturen nicht immer so perfekt wie der Rest wirken. Ingesamt entsteht eine unheimliche und mitreißende Atmosphäre, dank der wirklich sehenswerten Optik. Egal ob Nebel, Explosion, Animationen von getroffenen oder aber Regeneffekte, hier passt eigentlich alles und das ohne lästige Ruckler oder größere Framerateeinbrüche.
Der Rest der perfekten Stimmung wird dank der brachialen Soundkulisse geboten, vor allem wer hier im Besitz einer Surround-Anlage ist, wird das Spiel anfangen zu lieben. Das Gefühl wirklich dabei zu sein kommt einfach perfekt herüber, auch die ab und an einsetzende Musik ist stets passend zur Situation und treibt die Spannung zusätzlich in die Höhe. Bisher gab es keinen Titel, in dem Explosionen, vorbei fliegende Kugeln oder nah einschlagende Geschosse so realistisch rüber gekommen sind.
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