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Gong frei für Runde drei: Es ist soweit, Electronic Arts hat mit Fight Night Round 3 die neue Generation des Boxens vorgestellt. Nachdem Fight Night Round 3 nicht nur Boxfans auf der Xbox 360 begeisterte und einen ersten Eindruck der grafischen Fähigkeiten des neusten Teils der erfolgreichen Serie liefern konnte ist es nun soweit, die spielerischen Qualitäten auf Sonys NextGen-Konsole unter Beweis zu stellen. Innovation oder NextGen-Aufguss, der folgende Test sollte diese Fragen klären.
Der erste Kontakt
Mit Fight Night Round 3 liefert EA Sports endlich das erste Spiel seiner Art für die Playstation 3 die Erwartungen sind hoch, knüpft der aktuelle Titel doch an die hochgelobten Vorgänger an. Bereits mit den ersten beiden Teilen hat EA es geschafft, das Box-Genre auf dem Videospielemarkt zu etablieren und neue Maßstäbe in Sachen Gameplay zu setzen. Neben der zum damaligen Zeitpunkt schon hervorragenden Grafik und Animationsvielfalt war es auch die innovative Steuerung mit Namen „Total Punch Control“, die präzisere Kontrolle und mehr Spielspaß bieten sollte.
Neben diesem Feature sind auch die im zweiten Teil neu hinzu gekommenen Merkmale wie der allseits beliebte „Haymaker“ oder die Steuerung des „Cutman“ in den Rundenpausen wieder mit von der Partie. Electronic Arts ließ sich dabei nicht auf Experimente ein und behielt diese Features weitestgehend in leicht überarbeiteter Form bei. Neben der Möglichkeit, einen eigenen Boxer zu kreieren und eine entsprechende Karriere zu starten, um sich in den Annalen der Boxgeschichte zu verewigen, sind auch alle großen Namen des Boxsports wie unter anderen Ali, De La Hoya, Ward, Joe Frazier, Bernard Hopkins oder Roy Jones Jr. in Fight Night Round 3 vertreten. Hierbei ist es auch möglich (wenn auch spielerisch nicht unbedingt sinnvoll), Champs verschiedener Gewichtsklassen aufeinander treffen zu lassen um nie da gewesenen Fights beizuwohnen oder via "ESPN Classics" die größten Begegnungen der Boxgeschichte wieder aufleben zu lassen.
Die magische Zahl
Als erster Einstieg bietet sich hier der „Play Now“-Modus an, in dem es ohne große Umschweife direkt zum Kampfgeschehen übergeht. Nach der Auswahl eures Champs und der Kampfarena bestreitet ihr euren ersten Kampf und hier zeigen sich die Auswirkungen der NextGen-Engine. Fight Night Round 3 bietet derart detaillierte Kämpfer und Schauplätze, dass einem schon mal der Mund offen stehen bleibt. Jeder Punch und Treffer wird mit entsprechender Mimik durchgeführt, und lässt euch förmlich spüren, wie hart dieser in euren oder den Körper des Gegners einschlägt.
Weiterhin werden Verletzungen wie Schwellungen und Cuts sehr deutlich dargestellt, wodurch schon während der laufenden Runde Schwachstellen sichtbar und entsprechend „bearbeitet“ werden können. Die Animationen sind ebenfalls auf sehr hohem Niveau und runden die fantastische Optik gebührend ab. Insgesamt wirkt die ganze Präsentation des Titels durchaus stimmig und lässt in Sachen Detailreichtum keine Wünsche offen.
Spritzender Schweiß und andere sich verteilende Körperflüssigkeiten sind an der Tagesordnung und sorgen neben voll animierten und extrem detaillierten Hintergründen für tolle Kampfatmosphäre. Besonders die Replays eines „Knock-Out“ haben es in sich, denn in diesen Zeitlupen kann man eindrucksvoll erleben, wie sich die Faust des Kämpfers in das Gesicht oder den Körper des Protagonisten bohrt und dabei diverse „Verformungen“ der entsprechenden Körperpartie hervorruft. Aua!
Unterm Strich darf der direkte Vergleich mit der Xbox 360 Version nicht vergessen werden. Die Grafik sieht, wie erwähnt, auf der Playstation 3 hervorragend aus und wird mit den deformierten Gesichtern der Boxer angereichert, dennoch lehnte man sich im Hause Electronic Arts größtenteils an die grafischen Glanzleistung der Microsoft-Konsole, was aber nicht negativ gewertet werden kann, da die Optik schon dato durch schweißnasse Protagonisten und glaubwürdige Animationen bestach.
Let's Fight
Exklusiv in der Playstation 3 Version fand der „Get in the Ring“-Modus Einzug. Aus der Ego-Perspektive verfolgt ihr das Spielgeschehen und einzig eure Boxhandschuhe und Arme schweben über dem Boden umher, während ihr eurem Kontrahenten die Grütze aus dem Schädel kloppt. Besonders atmosphärisch sind die hörbaren Atemgeräusche eures alter Egos. Sogar schwere Verletzungen machen sich bei eurem Boxer visuell bemerkbar. Ist dieser angeschlagen, kann es schnell passieren, dass ihr den Bildschirm nicht mehr klar wahrnehmt und so ungewollt vermöbelt werdet. Obwohl der Modus sowohl für Laien als auch für eingesessene Profis anfangs sehr gewöhnungsbedürftig ist, findet man sich nach einigen Runden zurecht und findet sein optimales Timing im Bezug auf Schläge und Block.
Neben den bereits erwähnten „Play-Now“ und „Get in the Ring“-Varianten ist es vor allem der Karriere-Modus, der Fight Night Round 3 die entsprechende Langzeitmotivation mit auf den Weg geben soll und zugleich das elementare Herzstück des Spiels darstellt. Hier ist es dem Spieler möglich, einen individuellen Kämpfer zu erstellen, der sich unter anderem durch die Gewichtsklasse, Kampfstil, Körperbau und natürlich dem Aussehen definiert. Dem angehenden Boxprofi stehen eine Vielzahl an verschiedenen Einstellungen und Attributen zur Verfügung, die dafür sorgen, dass jeder Fighter einzigartig ist.
Wenn alle Einstellungen vorgenommen wurden, ist man bereit, den ersten Kampf anzugehen. Nach Unterzeichnung des ersten Kampfvertrages - in der Regel stehen immer zwei bis vier verschiedene Kämpfe zu Auswahl, die sich durch Stärke des Gegners, Preisgeld oder zusätzlichen Bonis unterscheiden - beginnt das erste Kampftraining. Hier stehen dem Spieler verschiedene Trainingsaufgaben wie der Combo Dummy, Sandsack, Gewichtheben oder Sparring zur Verfügung, um entsprechende Fähigkeiten weiter auszubauen oder seinen Champ gegen die Attacken des Gegners abzuhärten. Das Training kann dabei manuell oder automatisch absolviert werden, wobei die zweite Möglichkeit jeweils nur die Hälfte der möglichen Power-Up’s garantiert. Selbstverständlich ist es möglich, diese Trainingssessions im Vorfeld zu üben, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Nachdem ihr stilecht den Ring betreten habt, zeigen sich jedoch erste Schwächen, denn der Schwierigkeitsgrad ist in den ersten Kämpfen der Karriere derart niedrig angesetzt, dass ein Kampf selten länger als ein bis zwei Runden dauert. Selbst die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades im Optionsmenü zeigt hier nur bedingt Wirkung. Mit laufendem Karrierefortschritt relativiert sich dieser Zustand zwar etwas, jedoch könnte das Gameplay hier insgesamt etwas ausgewogener ausbalanciert sein.
Steuerungstechnisch glänzt Fight Night Round 3 und ermöglicht präzise Treffer und Deckungsarbeit. Arbeitet man ungern mit dem rechten Stick, kann zwischen verschiedenen Kontrollerkonfigurationen gewählt werden, um die Schläge per Knopfdruck in den Gegner zu rammen. Wer ausnahmsweise den Drang zum unfairen Kampfverhalten sucht, kann alternativ seinen Sixaxis-Controller ruckartig nach vorne bewegen, um seinem Gegenüber einen unfairen Schlag unter die Gürtellinie zu verpassen. Doch Obacht, schnell können solche Aktionen zu einem Kampfabbruch zu euren Ungunsten ausarten oder suboptimal in eure Statik einfließen.
In den Kampfpausen habt ihr, wie schon im zweiten Teil, die Möglichkeit, den Cutman einzusetzen, um die Blessuren eures Kämpfers entsprechend zu verarzten. Auch hier steht eine manuelle sowie automatische Option zur Verfügung. Nach erfolgreicher Beendigung des Kampfes ist es soweit und ihr streicht den Siegesruhm ein. Neben Geld- und Sachpreisen, die ihr in einen besseren Trainer oder neues Equipment und Special-Moves investieren könnt, winkt hier in erster Linie Popularität, die euch auf dem Weg zur Spitze weiter voranbringt. Habt ihr eine Kampfserie abgeschlossen, winken zusätzlich neue Kampfarenen und Ligaaufstieg.
Hör mal wer da hämmert...
Zusätzlich zur grafischen Präsentation kommen auch Liebhaber klarer Klänge voll auf ihre Kosten. Neben dem fetzigen Hip Hop Soundtrack, der mit durchweg bekannte Künstlern aufwartet, werden alle Kampfgeräusche stilecht in 5.1 Dolby Digitalsound wiedergegeben und bringen somit weiteres Feedback und sorgen gerade in großen Arenen für entsprechende Atmosphäre. Auch hier sorgen die K.O.-Slomo’s für Aufsehen, denn man hört bei entsprechendem Punch förmlich, wie die Knochen brechen.
Die Trainertipps in den Rundenpausen erweisen sich ebenfalls als sinnvoll, denn hier wird auf Schwachstellen und Angriffspunkte des jeweiligen Gegners hingewiesen. Leider ist jeglicher Kommentar wie auch der Rest des Titels komplett in Englisch gehalten, eine entsprechende Lokalisation wäre hier wünschenswert.
Online eine Granate
Wer gerade keinen Mitspieler zur Verfügung hat, kann sich online mit den besten Spielern der Welt messen. Hierbei stehen diverse Spielmodi und Ranglisten zur Verfügung, die zusätzlich für Langzeitmotivation sorgen. Neben dem „Ranked Match“ (Ranglisten Spiel), in dem eine Spielerbewertung erfolgt und alle Ergebnisse aufgezeichnet werden, kann man im „Standard-Match“ einfach in den Kampf ziehen, ohne eventuelle Spätfolgen fürchten zu müssen.
Wer ein Spiel mit bestimmten Kriterien bestreiten möchte sucht via „Custom Match“ nach einer geeigneten Spielsitzung oder erstellt diese kurzerhand selbst. Die Online-Matches laufen dabei flüssig und völlig ohne so genannte „Lags“ ab und unterscheiden sich qualitativ und spielerisch nicht von der Offline-Variante. Hier zeigt EA gerade geplagten DOA-Fans, wie es ein sollte. Lediglich die Änderung der Kontrollerkonfiguration ist hier etwas versteckt, denn sie wird nicht aus dem Offline-Modus übernommen, sondern muss unter dem Punkt „My EA SPORTS“ separat eingestellt und gespeichert werden.
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