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Zum nunmehr dritten Mal treffen sich Hip-Hop Größen wie Ludacris, Lil John oder Ghostface Killah zum Kampf. Bei Def Jam:Icon dreht sich aber nicht alles nur um das bloße Kämpfen, als Manager müsst ihr euch auch an die Spitze des Hip-Hop-Business arbeiten. Denn nur wer Geld verdient wird respektiert und kann sich die schärfsten Klamotten und schwersten Klunker leisten. Ob Def Jam:Icon nur etwas für Rap-Fans ist, oder ob auch Metalljünger zugreifen können, lest ihr in unserem Test:
50 Cents in der Tasche
Bei Def Jam:Icon heißt der Singelplayermodus „Build A Label“ und ihr kümmert euch darin um eure eigene Plattenfirma. Bevor jedoch der Ernst des Lebens beginnt, wird zunächst ein individueller Kämpfer zusammengestellt. In einem Charaktermenü kann jede körperliche Besonderheit von der Körpergröße bis hin zur Augenfarbe nach belieben eingestellt und verändert werden. Sobald der Kämpfer fertig ist, beginnt die Hauptstory.
In einem Club weckt ihr durch einen gewonnen Kampf das Interesse eines Labelmanagers, der euch daraufhin unter seine Fittiche nimmt. Fortan kümmert ihr euch um alle Belange des Labels und managt eure Geschäft bequem von eurer Wohnung aus. Wichtige Informationen erhaltet ihr dabei per E-Mail über euren Laptop, mit dem ihr auch eure Geschäfte abwickelt. Wenn im Laufe der Kampagne immer mehr Künstler bei euch unter Vertrag stehen, müsst ihr euch um deren Karrieren kümmern. Um z.B eine Single zu vermarkten, kann Geld in PR oder Radioauftritte investiert werden. Ob eine Single erfolgreich ist, erfahrt ihr dann über die Chartposition. Allzu umfangreich ist der Managerteil aber nicht ausgefallen. Viel wichtiger sind die Kämpfe.
Noch so ein Spruch ... Kieferbruch!
Als Mann fürs Grobe werdet ihr immer dann gerufen, wenn sich ein Problem nicht mit diplomatischen Mitteln aus der Welt schaffen lässt. Anfangs bittet euch Künstler wie Luders um kleine Gefallen, wie einen lästigen Paparazzi oder Stalker ein Denkzettel in Form einer saftigen Abreibung zu verpassen. In Laufe der Story nehmt ihr es auch mit Schwergewichten wie Sean Paul, Big Boi oder T.I auf.
Kenner von Virtua Fighter oder Dead or Alive müssen sich bei der Steuerung von Def Jam:Icon etwas umgewöhnen. Die Rapper steuern sich mit dem linken Stick und mit den Actionstasten werden hohe und tiefe Schläge sowie Tritte ausgeführt. Besonders wichtig ist der rechte Stick, da mit ihm Spezialangriffe ausgeführt werden. Durch Kreisbewegungen landet ihr härtere Schläge oder setzt zum Haltegriff an. Die Griffe sind dabei besonders wirkungsvoll. Entweder man führt durch einen Druck in eine bestimmte Richtung auf dem Steuerkreuz ein Special Move aus, oder man schmeißt seinen Kontrahenten quer durch die Arena.
Die Kämpfe finden In insgesamt acht Arenen statt. Neben dem obligatorischen Club, gibt es auszugsweise noch den Block, die Suite, oder das Dach. Die Arenen sind mit viel Liebe zum Detail versehen, und haben die ein oder andere böse Überraschung parat. In jeder Arena gibt es mehrere Fallen, die mit der ultimativen Waffe ausgelöst werden – Der Musik.
Ärger im Club
Ein Spiel, das sich komplett um Hip-Hop dreht, braucht natürlich einen entsprechenden Soundtrack. 30 bekannte Rapper sorgen für die richtige Stimmung bei den Kämpfen, aber die Musik ist nicht nur bloßes Beiwerk. Vor einem Kampf wählt ihr ein freigespieltes Musikstück aus, das sozusagen eure Kampfmelodie ist. Läuft nämlich eure Musik, könnt ihr schneller und heftiger zuschlagen. Aber viel effektiver sind die Fallen, die ihr mit Hilfe der „Scratchfunktion“ auslösen könnt. Sobald ihr euren Gegner zu einer Falle, z.B eine kaputte Musikbox, geworfen habt, könnt ihr durch einen Druck auf die Linke Schultertaste und durch eine „Scratchbewegung“ diese Falle auslösen. Euer Gegner fliegt darauf durch die Arena und erleidet großen Schaden. Aber Vorsicht! Euer Kontrahent kann natürlich zum Gegenangriff übergehen und seine Musik auflegen. Um seine eigene Musik aufzulegen, drückt ihr die linke Schultertaste und führt mit dem linken Stick eine Kreisbewegung aus, sobald der Rapper die Hand wechselt, führt man die Kreisbewegung mit dem rechten Stick weiter, bis die eigene Musik erklingt.
Die „Scratchfunktion“ fügt sich perfekt in das Hip-Hop Thema von Def Jam:Icon ein. Die Stimmung des Spiels ist überhaupt sehr dicht, was besonders an der motivierenden Story liegt. Kleine Newsmeldungen im MTV-Stil, sowie kurze Zwischensequenzen in der Spielgrafik treiben die Story um Erfolg, Liebe und Neid voran. Endlich unterscheidet sich die Handlung eines Beat 'em ups von den gewöhnlichen „Ich muss meinen getöteten Bruder in einem Turnier rächen“ Story-Einerlei anderer Spiele. Auch die Möglichkeit seinen Rapper durch verdientes Geld neu einzukleiden, sorgt für einigen Kurzweil. Für Hip-Hop Fans ist Def Jam:Icon sicher ein Blick wert. Alle anderen sollten sich den Kauf gut überlegen
Und was ist mit Rock ?
Die Kampfstile der Rapper sind eine Mischung aus Judo, Kung-Fu, Wrestling und Straßenkampf. Obwohl es schnelle und langsame Stile gibt, ist das Spieltempo im Vergleich zu anderen Kampfspielen eher gemächlich. Auch ist die Anzahl der Combos ist nicht allzu hoch, und große taktische Manöver sollte man vom Kampfsystem ohnehin nicht erwarten. Trotzdem sorgen die Kämpfe durch die „Scratchfunktion“ und den Fallen für Stimmung. Auch die Präsentation ist sehr gut. Die Rapper sehen sehr lebensecht aus und die Arenen sind sehr schön modelliert und mit umfangreichen Texturen versehen.
Neben dem umfangreichen „Build A Label“ Modus, gibt es noch einen normalen Kampfmodus, in dem ihr jeden Rapper zu einem Kampf auffordern könnt, und einen Trainingsmodus. Interessanter ist hingegen der „Beatings with Bass“ Modus, in dem der Spieler ohne „ Scratchfunktion“ auskommen muss, und sich nur an dem Beat der Musik orientieren kann, die die Fallen auslöst. Wer außerdem lieber seinen eigenen Sound hören will, kann bei „My Soundtrack“ eigene Lieder einfügen und so Fallen mit Metallica oder Beethovens Neunten aktivieren. Wer lieber online spielt, kann sich dort einen Prügelknaben suchen.
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