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Wer an den Wochenenden hin und wieder Fernsehen schaut, dürfte wohl bereits bestens wissen, dass wieder Formel 1-Zeit ist und das die neue Saison 2007 bereits seit einiger Zeit in vollem Gange ist. Was passt da also besser als ein Spiel zum Launch der PS3 welches sich mit der F1-Genre beschäftigt? Da allerdings Sony eine aufgebohrte Umsetzung von „Formel 1 06“ der PS2 präsentiert, müssen Fans mit den Saisondaten des letzten Jahres vorlieb nehmen. Was für den einen ein Nachteil ist, erfreut vielleicht dennoch andere, denn so hat man die Chance Michael Schumacher doch noch zu einem siegreichen Abschluss seiner Karriere zu verhelfen. Ob „Formula One: Championship Edition“ trotz der nicht ganz taufrischen Hintergründe genügend Spaß bereitet erfahrt ihr in unserem Rennstreckentest.
Haufenweise Spielmodi erschlagen den angehenden Formel 1-Fahrer förmlich
Unzählige PC-Spieler blicken immer wieder missmutig auf Sony, da diese die Lizenzrechte an den original Formel 1-Daten innehaben und daher auch immer wieder für frische Titel im Genre sorgen, allerdings bedient Sony bekanntlich nicht den PC mit Umsetzung und ebenso keine anderen Systeme. Gut das dennoch die meisten Gamer ja mehrere Plattformen im Heim stehen haben und man sowieso nicht mit Scheuklappen gesegnet seien sollte. Wie bereits angesprochen stellt die PS3-Version im Grunde eine aufpolierte Variante von „F1 06“ dar, was man leider neben den Daten auch an einigen Texturen merkt, dazu aber später mehr. Denn wer das Spiel in seine neue Konsole einlegt erhält erst einmal ein ziemlich spektakulär geschnittenes kurzes Intro. Nach dieser sehenswerten knappen Einführung findet man sich im, zumindest für PS2-Formel 1-Piloten, bekannten Hauptmenüdesign wieder.
Dabei bietet „F1 CE“ praktisch für jeden Typ von Spieler einen entsprechenden Spielmodus an. Sie haben nur Zeit für eine kurze Session? Dann wählt man einfach „Schnelles Rennen“ oder aber „Zeitrennen“ aus und kann somit fast sofort loslegen. Wer etwas mehr Zeit investieren kann und möchte widmet sich einem kompletten Grand-Prix-Wochenende, natürlich mit allem was dazugehört. Will man gar seinem Idol Schumi oder aber einem anderen Helden des Rennzirkus zum Sieg der letzten Saison verhelfen, so steht sogar diese Möglichkeit offen, denn man kann die komplette 2006er-Formel 1-Weltmeisterschaft nachspielen und vielleicht sogar neu schreiben. Den letztlich aber interessantesten und umfangreichsten Spielmodus haben wir allerdings bis jetzt verschwiegen, nämlich den „Karriere-Modus“.
Wer ein wenig Einstieg in die Materie benötigt kann sich auch noch den Texthilfen im Extra-Bereich widmen. Hier erfährt man so ziemlich alles was das viel zu dünne beigelegte Heftchen verschweigt. Vor allem aber Hilfreiche Tipps für das Setup des eigenen Boliden und einiges mehr. Außerdem kann man hier nach eigenen Wünschen Rennen der KI zusammenstellen und anschließend in einer virtuellen TV-Übertragung beobachten.
Der Einstieg bei einem jungen Formel 1-Team als Testfahrer gefällig?
Zu Beginn des Spiels steht auch die Erstellung eines Profils an, hier wählt man einen Wunschnamen inklusive Nationalität plus das Outfit und einen Helm der eigenen Wahl. All diese Punkte kommen nun erst im Karriere-Modus zum wirklichen Einsatz. Ist all dies erledigt setzt man seine ersten zaghaften Schritte in die Welt der Formel 1, selbstverständlich kann man als unbekannter Einsteiger nicht sofort bei McLaren oder Ferrari anfangen. Somit führt also der erste Weg in das virtuelle eMail-Postfach, der Blick auf Zeitungsberichte und Stellenanzeigen. Dort sollten in der Regel bereits mehrere Stellenausschreibungen von den schwächeren Teams zu finden sein. Nun kann man sich entweder bei allen oder aber nur bei dem Lieblingskandidaten bewerben und den ersten Schritt tun um die fünf Jahre dauernde Karriere zu beginnen.
Mit ein wenig Glück steht nun eine erste Testfahrt für den Rennstall an, dabei geht es häufig darum auf einem zufälligen Kurs eine Zielzeit zu unterbieten. Hier und später, insofern man denn als Testfahrer irgendwo engagiert wird, offenbart sich allerdings ein kleinerer Schwachpunkt. Sämtliche Testfahrten finden nicht dann statt wenn die Sonne hoch am Himmel steht, sprich man bekommt nun teils wunderschöne Lichteffekte und Spiegelungen zu sehen, dafür machen diese die Sicht auf die Strecke nicht gerade leicht. So gibt es tatsächliche 1-2 Strecken auf denen diese Lichteffekte es extrem schwierig machen überhaupt die gewünschten Leistungen annährend oder überhaupt zu erbringen, zumindest erging es uns in der Testphase so, vielleicht hat der ein oder andere weniger Probleme mit diesem Effekt.
Doch dies sollte euch keineswegs abschrecken, denn die normalen Testfahrten schafft man vor allem auf Einfach ziemlich problemlos. Anschließend erhält man ein Vertragsangebot, je nach Team und Leistung steigt man nun als Testfahrer, Zweiter- oder gar Erster-Fahrer ein.
Als Testfahrer absolviert man etwa diverse Proberunden für Einstellungen am Wagen vor Grand-Prix-Rennen oder aber man tritt gegen den Zweiten-Fahrer an und erhält in der Regel nach einigen Monaten eine Teambewertung, fällt diese entsprechend der Vorarbeit gut genug aus, erhält man möglicherweise die Chance als richtiger Fahrer anzufangen. Sind sämtliche Hürden bestanden unterschreibt man einen Vertrag mit gewissen Zielvorgaben die es zu erfüllen gilt.
Lenkungsmöglichkeiten und diverse Schwierigkeitseinstellungen
Erst einmal wollen wir aber noch einen Blick auf die Steuerung, die Schwierigkeitsgrade und andere Optionen werfen. Die Tastenbelegung des SIXAXIS lässt sich zwar nicht individuell belegen, trotzdem stehen aber diverse Varianten zur Auswahl, so kann man entweder mit Tasten Beschleunigen und Bremsen oder aber mit dem rechten Analogstick, sowie auf Wunsch auch per Schultertaste. Auf Wunsch lässt sich das Fahrzeug auch per Neigungssensoren oder aber mit Logitech-Lenkrädern steuern.
Zur Anpassung des Realismus bietet „F1 CE“ haufenweise Einstellungen an, so lässt sich die Rundenanzahl von unter 10 Runden auch auf die volle Dauer hochschrauben. Weiterhin lässt sich Treibstoffverbrauch, Beschädigung, Strafen und natürlich auch eine Hilfe bei Bremsen, Lenkung, Stabilitätskontrolle und vielem mehr einstellen. Somit kann praktisch jeder Spieler sich das Spiel auf die eigenen Wünsche und das eigene Können anpassen, wer nicht gerade ständig Formel 1-Titel gespielt hat sollte übrigens zu Beginn ruhig die meisten Optionen aktiviert lassen. Getrost abstellen kann man aber die virtuelle Hilfslinie und man sollte ebenso das Schadenssystem aktivieren und die Rundenanzahl erhöhen, ansonsten hat man es nicht mehr wirklich mit einem realistischen Erlebnis zu tun und der Nervenkitzel wird zu stark herabgesetzt.
Wer auch auf Boxenstopps wert legt und deren Planung vor einem Rennen sollte auch dies mit einplanen und aktivieren. So lässt man auf Wunsch automatisch das Spiel die Reifenabnutzung und den Treibstoffverbrauch auf die Rundenanzahl anpassen. Fährt man etwa mit einer Renndauer von 20% muss man auch einmal einen Stopp einlegen und bei einem kleinen Minispiel die Boxencrew steuern. Nur wer hier schnell genug die aufleuchtenden Tasten drückt kommt wieder zeitig aus der Boxengasse heraus.
Ein komplettes Rennwochenende mit allem was dazugehört
Kommen wir nun aber bei aller Vorarbeit zurück zu den eigentlichen Rennen, ein Renn-Wochenende beginnt dabei immer mit den Trainingseinheiten über zwei Tage. In diesen geht es wahlweise manuell oder mit der Hilfe der KI daran das ideale Setup für den Wagen und die Strecke herauszufinden, ebenso die Anzahl der Boxenstopps und die Treibstoffzuladung. Die Testfahrten dienen dabei verschiedenen Tests, etwa für Bremsverteilung, Flügeleinstellungen und Radsturz. All diese Punkte sind wirklich wichtig und man sollte diese zumindest teilweise durchgehen, ansonsten erreicht man im kommenden Rennen und der Qualifikation kaum einen der vorderen Plätze.
Sind die Tests absolviert geht es an das Qualifying, hier ist extreme Konzentration aber auch Schnelligkeit angesagt, da für jeden Teilbereich nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht. Teilbereich deswegen, da in den ersten 15 Minuten etwa die hinteren Plätze fest belegt werden, wer in dieser Zeit nicht schnell genug ist hat bereits keine Chance mehr an den anderen Sessions teilzunehmen und bei vielen Strecken ist das Überholen alles andere als einfach oder risikofrei. Übrigens kann auch das Wetter (insofern eingestellt) auch während des Rennens oder aber beim Übergang von Training auf Qualifikation umschlagen, dies sollte man dann auch entsprechend beim Setup und natürlich der Reifenwahl berücksichtigen.
Hat man nun auch noch diese Hürde überwunden geht es auch schon fast los, doch um weiter zur hohen Atmosphäre beizutragen erlebt man nun auch noch eine Einführungsrunde. In dieser geht es darum, zu testen ob alles in Ordnung ist und um hauptsächlich die Reifen auf Temperatur zu bringen. Dazu muss man wie in der Realität den Wagen hart anbremsen auf geraden und über den Bodenbelang von rechts nach links ziehen. Die Reifen sollten dabei tunlichst auf die Höchsttemperatur kommen, da sie sich vor dem Start noch mal ein wenig abkühlen, tut man dies nicht hat man zu Rennbeginn eine schlechtere Bodenhaftung, was sich gerade in den ersten Kurven manchmal als schwierig herausstellen kann.
Grafik, Steuerung, Boxenfunk und der Kommentator
Da wir nun ausführlich genug über alle Hintergründe gesprochen haben wollen wir natürlich auch noch den Rest mit einbeziehen. Die Atmosphäre des Titels ist durch alles bisher genannte grundsätzlich extrem gut gelungen und hochwertig, allerdings macht der Boxenfunk aber eher noch die Präsentation rund herum und der Kommentator wieder einiges davon zu Nichte. Zwar sind alle Meldungen der Boxengasse durchaus korrekt und teilweise auch nützlich, leider wiederholen sich diese aber allzu oft. Gleiches gilt auch für den eigentlichen Kommentar des Ansagers, hier wird meist nur stur die Rangliste mit Namen herunter geleiert, was sehr schade ist. Auch Ansagen wie etwa im wichtigen Platzkampf in Sachen Boxenstopp durch den Konkurrenten vermisst man schmerzlich, ebenso eine ordentliche Präsentation vor und nach dem Rennen. Zwar sieht man für einige Sekunden das Podium mit eher hässlichen Charakteren davor und hört die Nationalhymne des Siegers doch ist dies zu wenig und auch nur wenn man denn selbst auf Platz 1-3 steht ersichtlich. Hier sollte Sony für einen potenziellen Nachfolger auf jeden Fall nachbessern und etwas wirklich gelungenes abliefern, Speicherplatz ist ja nun reichlich vorhanden um mehr als ein paar Phrasen aufzunehmen.
Die Optik hinterlässt meist einen positiven Eindruck, besonders was Reflexionen, die Wagen selbst und die Wettereffekte angeht. Sowohl Hitzeflimmern als auch starker Regen wurden sehenswert in Szene gesetzt, so perlen etwa Regentropfen richtig von der Scheibe herab, je nach Fahrtrichtung. Leider kann die Umgebungsgrafik in dieser Hinsicht aber nicht mithalten, hier erkennt man öfter den eigentlichen Ursprung des Titels, nämlich die PS2. Viele Texturen, insbesondere von Häusern sind ziemlich dünn ausgefallen, gleiches gilt für die Zuschauer. Glücklicherweise ist das aber alles halb so wild, denn wenn man mit über 200 km/h über die Pisten rast hat man nicht wirklich Zeit sich über hässliche Zuschauertapeten aufzuregen, tut man es dennoch ist das Rennen bereits gelaufen. Zusätzlich läuft das Spektakel nämlich extrem flott ab und ist jederzeit absolut flüssig, auch bei 22 Fahrzeugen auf dem Bildschirm. Die KI reagiert meistens ziemlich klug, macht Wege eng oder auch den Weg frei, wenn sie es denn muss, Unfälle und Motorschäden treffen aber auch die CPU-Kontrahenten.
Erwähnen möchten wir hier auch noch das natürlich auch Strafen und die üblichen Flaggen dein Einzug gefunden haben, wer etwa zu schnell in die Box fährt oder aber abkürzt der muss eine Zeit lang mit geringerer Drehzahl fahren. Das Schadenssystem ist dabei ebenfalls extrem detailliert und kleine Zusammenstöße können so bereits den Front- oder Heckspoiler beschädigen und so für ein schnelles Ausscheiden aus dem Rennen sorgen.
Auf Seiten der Steuerung gibt es nichts an „F1 CE“ zu mäkeln, außer natürlich wie in fast allen Titeln die fehlende Rumble-Funktion im Pad. Ansonsten lässt sich das Fahrzeug aber jederzeit gut mit dem Joypad kontrollieren und auf der Strecke halten. Je nach Schwierigkeitseinstellung werden sowohl Anfänger aber auch Simulationsfans bestens bedient und können extrem viele spaßige Stunden mit dem Titel verbringen.
Wer auf Multiplayer-Optionen wert legt kommt auch teilweise auf seine Kosten, denn immerhin lassen sich diverse Gegner online herausfordern. Allerdings sind die Optionen relativ eingeschränkt und wer zu erst kommt malt zu erst in Sachen Team und Fahrzeug.
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